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Heilfasten und Ayurveda

 

Immer mehr Menschen entdecken Heilfasten als eine Möglichkeit, Körper und Geist regelmäßig von „altem Müll“ zu befreien. Entschlackung, Verringerung des Körpergewichts, Regeneration, Stärkung körpereigener Abwehrkräfte und Anhebung des Energie-Pegels ... sind erklärte Ziele des Heilfastens. Wer sich tiefer auf das Thema einlässt, wird bald feststellen, dass es verschiedene Formen des Heilfastens gibt, die sich teilweise sogar gravierend voneinander unterscheiden.

 

Gibt es Heilfasten auch im Ayurveda, der traditionellen Medizin Indiens?

Eugen Lüchtefeld: Bevor ich da irgendwas behaupte, habe ich mit meinem indischen Kollegen, dem Ayurveda-Arzt Sujai Krishnan, gesprochen. Der meint in jedem Fall, dass es in der klassischen Ayurveda-Medizin so etwas wie Heilfasten nicht in der Form gibt, wie es hier in Europa praktiziert wird. Es gibt lediglich naturheilkundliche Kreise in Indien im Zusammenhang mit der Yoga-Bewegung, die Heilfastenkuren durchführen. Das entspricht aber nicht der klassischen ayurvedischen Vorstellung.

Gefastet wird im Ayurveda gundsätzlich nicht länger als einen Tag und dann nur, wenn das Verdauungsfeuer extrem schlecht ist, so dass nichts mehr verdaut werden kann. Auch bei sehr hohem Fieber wird dies hin und wieder mal empfohlen.

 

Was geschieht aus ayurvedischer Sicht beim Fasten, d.h. beim Verzichten auf feste Nahrung?

Eugen Lüchtefeld: In jedem Fall kommen beim Fasten die Doshas durcheinander, so dass das Vata-Dosha zu stark ansteigt.
Zum Entschlacken braucht man dies nicht zu machen, wenn man sich für eine Panchakarma-Kur entscheidet.

 

Wie geschieht das Entschlacken bei Panchakarma-Kuren?

Eugen Lüchtefeld: Bei Panchakarma-Kuren wird aktiv mit entsprechenden Präparaten Ama aus den Geweben in Bewegung gebracht, über die Lymphe in den Darm transportiert und dann mit Abführmitteln wie Rhizinus-Öl und den sogenannten Shodana Bastis (reinigende Kräuter-Einläufe auf Wasserbasis) herausbefördert. In jedem Fall wird in kürzester Zeit extrem viel bewegt.

Das Bewegungprinzip ist jedoch das Vata. Fast alle chronischen Krankheiten werden durch ein erhöhtes Vata ausgelöst. Daher ist Fasten in der Panchakarma-Kur kontra-indiziert, denn durch Fasten wird nicht nur das Vata erhöht, sondern auch das Verdauungsfeuer geschwächt. Ein schwaches Verdauungsfeuer führt aber dazu, dass man noch weniger von dem gelösten Ama verdauen kann.

Das Essen, das wir hier anbieten, ist jedoch sehr leicht verdaulich. Und die Verdauung wird zusätzlich unterstützt, indem wir den Patienten noch einen Verdauungstrunk vor der Hauptmahlzeiten geben. Das leichteste Essen ist eine dünne Reissuppe. Fett, Fleisch, Fisch und alle Milchprodukte werden aus der Ernährung während der Kur ausgeschlossen.


Was erwartet einen Patienten außer Reissuppe, leicht verdaulichem Essen, Rhizinus-Öl und Einläufen noch, wenn er zur Panchakarma-Kur anreist?

Nach den vorbereitenden Tagen mit der Ghee-Einnahme (Einnahme von mediziertem Butterfett) und dem Abführtag mit dem Rhizinusöl kommen die Synchron-Massagen, von denen in der Regenbogenpresse heute schon viel berichtet wird, die Stirngüsse, die man in Ayurveda-Artikeln immer wieder dargestellt bekommt. Darüber hinaus werden von unseren Ayurveda-Experten - je nach Gesundheitszustand - gezielte Behandlungen eingesetzt. Schwache Nerven verlangen mehr nach Kopfbehandlungen über den normalen Stirnguss hinaus mit viel Öl, um das Vata zu reduzieren oder mit guten Kräutern, um das Pitta (die innere Hitze) zu regulieren. Beim rheumatischen Formenkreis werden die Gelenke gezielt mobilisiert mit der Vital-Punktmassage, der Marmatherapie oder mit dem Pinda-Sweda auf der Basis von Reissäckchen.

Übergewicht, das kaum einer hier halten kann (normale Nebenwirkung der Panchakarma-Kur), kann man noch gezielt mit der Stoffwechsel-Massage des Udvartana behandeln.

Wenn die Augen gereizt sind oder die Sehkraft schwächer wird, gibt es spezielle Augenbehandlungen des Netra-Tarpana. Migräne-Patienten, Leute mit chronischen Nasen-Nebenhöhlen-Leiden und anderen Problemen, die oberhalb des Schultergürtels liegen, sprechen sehr gut auf die sogenannten Nasyas an, einer Behandlung der Nase mit medizinischen Ölen.

 

 


 



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Eugen Lüchtefeld
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